Das Sprachhelfer-Projekt

Sozialraumorientierte Sprachförderung für neu zugewanderte Kinder und Jugendliche an den Schulen des Kreises Warendorf

Das Projekt Sprachhelfer ist ein Sprachförderprojekt des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises Warendorf. Es wurde von mir als Mitarbeiterin des Kommunalen Integrationszentrums aufgrund der erhöhten Zuwanderung im Kreis Warendorf im Schuljahr 2013/14 initiiert. Engagierte Personen aus dem Umfeld einer Schule vermitteln in diesem Projekt den neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen die ersten Wörter und Sätze in der deutschen Sprache und helfen ihnen, in dem neuen Land, der anderen Kultur und in der neuen Schule zurechtzukommen. Die Sprachhelfer und Sprachhelferinnen fördern die Kinder und Jugendlichen in der Schule, anfangs oft parallel zum Unterricht, später auch manchmal nach dem Unterricht im Nachmittagsbereich. Der Kreis Warendorf unterstützt das Projekt finanziell. Nach einem halben Jahr gab es im Kreis Warendorf schon 30 Schulstandorte, an denen Sprachhelfer tätig waren und es  noch sind. Zu Beginn des Schuljahres 2015/16 waren es bereits 50 Standorte. In den Schuljahren 2015/16 und 2016/17 förderten bis zu 90 Honorarkräfte in den Schulen des Kreises Warendorf als Sprachhelfer und Sprachhelferinnen die neu zugewanderten Kinder und Jugendlichen. Das Projekt ist inzwischen an allen Schulformen vertreten.

Die Schülerinnen und Schüler werden in Kleingruppen gefördert, sodass jeder Sprachhelfer individuell auf jedes Kind, jeden Jugendlichen eingehen kann. Das Wichtigste dabei ist, zu den in Deutschland neu angekommenen Kindern und Jugendlichen eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen. Meist gelingt dies den Sprachhelfern recht schnell, auch wenn die Verständigung in den ersten Stunden oft nur über Hände und Füße oder Zeichen und Bilder geschieht. Die neuen Schüler und Schülerinnen spüren, dass da eine Person ist, die ihnen hilft, die neue Situation zu meistern. Sie begreifen, dass die Person des Sprachhelfers nur für sie da ist und freuen sich schon nach kurzer Zeit auf die Förderstunden und lernen so in der kleinen Gruppe schnell die ersten Wörter  und Sätze in der neuen Sprache. Oft berichten Lehrerinnen und Lehrer, dass diese Kinder und Jugendlichen im Klassenverband lange Zeit sehr still sind und sich nicht trauen, etwas auf Deutsch zu sagen, auch wenn sie es schon könnten. In der Fördergruppe jedoch, verlieren sie ihre Angst. In den ersten Wochen der Förderung zeigen die Sprachhelfer ihren Schülern und Schülerinnen das Schulgebäude und das Schulumfeld und machen sie mit dem Wortschatz zum Thema Schule vertraut. Vielleicht gehen sie auch mit ihnen zur Bushaltestelle oder später auch einmal zum Einkaufen zum nächsten Bäcker, wo die Schüler und Schülerinnen ihre gerade gelernten ersten Sätze anwenden können, um danach die gekauften Brötchen gemeinsam in der Schule zu verspeisen und vielleicht dabei wieder etwas Neues zu lernen.

Als Mitarbeiterin des Kommunalen Integrationszentrums begleite und berate ich die Schulen und die Sprachhelfer. In Zusammenarbeit mit den Schulen suchen wir nach geeigneten Personen im Sozialraum der Schule oder im  bereits vorhandenen Pool von interessierten Personen des Kommunalen Integrationszentrums. Voraussetzungen gibt es dabei keine, allein das Engagement für die Aufgabe und die Zuwendung zu den Kindern und Jugendlichen zählt. Ich empfehle den Schulen und den Sprachhelfern Materialien für die Sprachförderung und stehe als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Für den kollegialen Austausch und die fachliche Weiterbildung im Bereich Deutsch als Zweitsprache organisiert das Kommunale Integrationszentrum Veranstaltungen im laufenden Schuljahr für die Sprachhelfer. Immer wieder betonen die Sprachhelfer bei solchen Treffen, wie gerne sie diese Aufgabe machen und wie viel sie auch selbst von den Kindern und Jugendlichen lernen.

Es ist ein Projekt, bei dem beide Seiten profitieren und somit die Integration als gesellschaftliche Aufgabe im  Vordergrund steht.

Ansprechpartnerinnen für das Sprachhelfer-Projekt im Kommunalen Integrationszentrum:

Diler Şenol-Kocaman

Dipl. Pädagogin
Leiterin
Handlungsschwerpunkt:Netzwerkkoordination in den Handlungsfeldern Bildung und Querschnitt
Telefon: 02581 53 - 4501
E-Mail: Diler.Senol-Kocaman@kreis-warendorf.de

Dr. Durdu Legler

Gymnasiallehrerin
stellv. Leiterin
Handlungsschwerpunkt: Mercator-Projekt, FöBis, Interkulturelle Schul- und Unterrichtsentwicklung, Fortbildungen in Koop. mit dem Kompetenzteam  
Telefon: 02581 53 - 4503
E-Mail: Durdu.Legler@kreis-warendorf.de